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Eine lebendige Kolpingsfamilie
140 Jahre Kolping in Minden – Tag der offenen Tür
Mit einer Andacht im Mindener Dom gedachte die Kolpingsfamilie Minden ihres Gründers Propst Wilhelm Bergmann, der am 29. Januar 170 Jahre alt geworden wäre und eröffnete damit gleichzeitig das Veranstaltungsprogramm zum 140. Jahr ihres Bestehens. Anschließend stellte Autor Alfred Lehmich in einem vielbeachteten Referat die Geschichte der Kolpingsfamilie in einer Chronik vor, die in einer Auflage von 200 Stück gedruckt und jedem Mitglied kostenlos überreicht wurde.
Mit einem Zitat von Adolph Kolping „In der Gegenwart muss unser Wirken die Zukunft im Auge behalten” leitet der Autor die Chronik über die Mindener Kolpingsfamilie ein, die außer der Geschichte auch zahlreiche Berichte und Anekdoten aus den Gründerjahren enthält. So gibt es ein vom damaligen ersten Präses Kaplan Wilhelm Bergmann 1863 angelegtes Namensverzeichnis, das nicht nur die Daten, sondern auch charakterliche Bemerkungen über die Mitglieder des Gesellenvereins enthält. Einige dieser Bemerkungen sind in der Chronik dokumentiert und verleiten den Leser zum Schmunzeln: „in jeder Beziehung musterhaft, dabei tüchtig in seinem Geschäft”; „braves und fleißiges Vereinsmitglied”; „hat ca. 100 Taler in der Kasse deponiert, die er teilweise in der Lotterie gewonnen”; „hat in der letzten Zeit Bekanntschaft mit einem probaten Mädchen angeknüpft”; „der 2. Bass hat viel an ihm verloren”; „unkirchlich, lebt im Zwist mit seiner Familie; den Verein nachlässig besucht”; „Brav und musterhaft”; „lieferte zu einer Verlosung zum Besten des Vereins einen Toilettenkasten, der als Meisterstück von Fachkammern anerkannt wurde”. Auch ein Rechenschaftsbericht über das Jahr 1866, geschrieben von Präses Bergmann, wurde vom Autor der Chronik aus dem Archiv ausgegraben und in der Chronik aufgezeichnet. Über die schwere Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg enthält die Chronik Aufzeichnungen des damaligen Präses und späteren ersten hauptamtlichen Diözesanpräses Johannes Claes, der in seinen Jahresberichten 1945 bis 1948 über den stetigen Wiederaufbau des Kolping-werkes und der Kolpingsfamilie Minden berichtet. Der Vorstellung der Chronik folgte am 2. Februar ein „Tag der offenen Tür”, bei dem die Kolpingsfamilie über 120 Bilder, Urkunden und Exponate aus ihrer 140-jährigen Geschichte in einer Ausstellung zeigte. Rund 250 Besucher erlebten dabei die lebendige Geschichte der Kolpingsfamilie und erfreuten sich an den Bildern. Weitere Veranstaltungen werden sich im Laufe dieses Jahres mit der Geschichte der Kolpingsfamilie befassen.