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22.11.09
Stephan Stickeler ist neuer Diözesanvorsitzender des Kolpingwerks im Erzbistum Paderborn.
Autor: admin
Dortmund/Paderborn. Stephan Stickeler ist neuer Diözesanvorsitzender des Kolpingwerks im Erzbistum Paderborn. Die Diöezsanversammlung wählte den 49-jährigen Lehrer aus Paderborn mit großer Mehrheit. Er übernimmt das Amt von Stephanie Günnewich, die nicht mehr kandidiert hatte.
In seiner Vorstellung forderte Stickeler, das Kolpingwerk müsse politischer werden. „Und dies gilt nicht nur für die Diözesanebene, sondern auch für die Kolpingsfamilien.“ Zu seiner Stellvertreterin wählten die Delegierten Else Garske, 60, aus Meschede. Die Sozialpädagogin übernimmt das Amt von Franz Josef Japes.
Im Anschluss an die Diözesanversammlung hatte das Kolpingwerk zu einem Festakt geladen, mit dem das Jubiläumsjahr beendet wurde. Der Verband besteht seit 150 Jahren. In seiner Festrede erinnerte der Landesvorsitzende des Kolpingwerks, Karl Schiewerling, MdB an das Anliegen des Verbandsgründers: „Adolph Kolping wollte nicht Strukturen verändern, sondern Menschen, damit die Welt sich ändert.“ Dieser Blick auf den einzelnen müsse auch weiterhin das Anliegen der Kolpingsfamilien und der Kolping-Einrichtungen sein. Nur so könne der Veband eine starke und verbindliche Gemeinschaft bleiben. „Wir müssen den Einzelnen stärken, damit sein Leben gelingt und die Gemeinschaft, damit sie dem Einzelnen hält.“
Angesichts der schwächer werdenden sozialen Sicherungen im Lande sehe er die Kolpingsfamilien vor ungeahnten Herausforderungen: Möglicherweise müssten die Kolpingsfamilien in Zukunft einander wieder existenzielle Hilfe anbieten. Die Älteren könnten noch davon erzählen. Zudem könnten die deutschen Kolpingschwestern und Kolpingbrüder von den Partnerländern lernen. „Dort ist Kolping keine Geselligkeitsveranstaltung sondern hilft, dass Menschen überhaupt leben können!“
Weiterhin forderte Schiewerling die rund 300 Anwesenden auf, sich wieder stärker auf die eigenen kulturellen Wurzeln zu besinnen und nicht gedankenlos „jeden neuen Quatsch mitzumachen, der gerade neu erfunden worden ist“.
Die Versammlung schloss mit einer Messe in der Dortmunder Propsteikirche. In seiner Predigt befasste sich Diözesanpräses Ansgar Wiemers mit dem Wort Laie, das aus dem griechsichen kommt und Volk bedeutet. Laien seien also keine Dilettanten, sondern das sei der Urzustand des Menschen, der zu Christus gehört. „Auch wir Priester sind Laien, Angehörige des Volkes Gottes“, sagte Wiemers. Daher sei der Begriff Laie ein Ehrentitel. „Lassen wir uns das nicht klein reden, lassen wir uns nicht für dumm verkaufen!“ Bei Kolping, so Wiemers, „haben wir eine Ahnung davon, wie es sich als Laie leben lässt.“