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Bundeshauptausschuss des Kolpingwerkes Deutschland verabschiedet Leitantrag
“Ehe, Familie, Lebenswege”.
Ehe, Familie und Lebenswege sind für das Kolpingwerk Deutschland ein bedeutsames Thema. Deshalb befasste sich der Bundeshauptausschuss in Paderborn eingehend mit einem Leitantrag des Bundesvorstandes hierzu.
“Mehr als 20 Änderungsanträge, die aus den Diözesanverbänden eingereicht wurden, die sich engagiert an der Diskussion beteiligten, zeigen, dass dies ein zentrales Feld unseres Handelns ist”, betonte der Bundesvorsitzende des katholischen Sozialverbandes mit mehr als 260.000 Mitgliedern, Thomas Dörflinger MdB
“Für unseren Verband besteht, angesichts einer komplexen Wirklichkeit, eine besondere Herausforderung darin, das Leitbild der auf Ehe gegründeten Familie hochzuhalten, gleichzeitig aber die Menschen mit ihren sehr unter-schiedlichen Lebenswegen und Wertvorstellungen vor dem Hintergrund unseres christlichen Gottes und Menschenbildes anzunehmen und, wo nötig, Unterstützung anzubieten”, ergänzte der Bundestagsabgeordnete.
Für das Kolpingwerk steht fest: Familien bilden das Rückgrat der Gesellschaft. Mit der Zahl der Kinder und ihrem Hineinführen in das soziale Leben entscheide sich wesentlich, wie die Gesellschaft in Zukunft aussehen werde.
“Eine Gesellschaft, die Familien vernachlässigt oder überfordert, die ihnen nicht den nötigen Schutz und entsprechende Förderung gibt, trifft den eigenen Nerv des Überlebens”, heißt es in dem Leitantrag, der mit
überwältigender Mehrheit verabschiedet wurde. In ihm widmet sich das Kolpingwerk auch der Lebenssituation der Alleinerziehenden oder der Patchworkfamilien, die ebenfalls besondere Herausforderungen mit sich bringen.
Der im Leitbild des Kolpingwerkes Deutschland bekundete Respekt vor der Entscheidung von Menschen zu einer anderen Lebensform gelte auch für gleichgeschlechtliche Partnerschaften, heißt es in dem verabschiedeten
Papier. “Es gilt anzuerkennen, dass auch hier Werte wie Treue, Verlässlichkeit und Fürsorge gelebt werden. Eine Diskriminierung der Menschen ist abzulehnen,” zitierte der Kolping-Bundesvorsitzende aus dem Leitantrag. “Auch wenn die vor Gott und den Menschen geschlossene Ehe nach unserem Verständnis die beste Voraussetzung für das Gelingen von Familie ist, so dürfen wir auch bei Kolping die Veränderungsprozesse in der Gesellschaft nicht außer Acht lassen.”
Auch Brüche im Lebensweg durch Trennung oder Scheidung nimmt der katholische Sozialverband in den Blick. “Immer mehr Frauen und Männer erfahren, dass die lebenslang beschworene Treue, mit der die Beziehung bei
der Eheschließung besiegelt wurde, brüchig werden kann, dass es Krisen und Kämpfe gibt und in vielen Fällen eine Trennung des gemeinsamen Weges erfolgt.” Die hohe Zahl der Wiederverheiratungen nach Scheidung belege allerdings die ungebrochene Wertschätzung der Institution Ehe.
Für das Kolpingwerk ist es wichtig, Familien auch in kritischen Phasen, die zu Trennung und Scheidung führen können, zu unterstützen und ihnen Beheimatung zu geben”, stellte Dörflinger fest.
Das Kolpingwerk betont erneut seine Wertschätzung für die Eltern und macht sich für eine Stärkung der Erziehungskompetenz stark. Hier gebe es in vielen Kolpingsfamilien konkrete Angebote.